Lesen Sie ein Bericht des Beauftragten von Sonja Zietlow. Er wurde gebeten, die Situation auf dem Zarenhof per Videokamera zu dokumentieren. Er ist Hundetrainer und kann aufgrund dessen die Situation gut einschätzen!
Hundehaltung in der Eifel bei Frau K.
Heute, am 24.09.2010 besuchten wir Frau K. um 16 Uhr. Frau K. und zwei weitere Freunde (ein Paar) waren vor Ort. Frau K. war freundlich und zuvorkommend. Ich übergab Frau K. den Brief von Sonja Zietlow, den sie las und nur zustimmend nickte. Wir besprachen, dass wir draußen an einem Pavillonzelt alle Hunde sehen möchten und die dazu gehörigen Impfpässe.
Frau K. stimmte zu und führte uns einen Hund nach dem anderen vor, den wir dann kurz abfilmten und auf der List „abhakten“.
Der Zustand der Hunde war im Allgemeinen gut, sie sahen wohl ernährt aus, keiner war übergewichtig, keiner war untergewichtig (zumindest auf den ersten Eindruck). Die Dogge Lilly (Welpenmutter) hatte eine tiefe und frische Bissverletzung (ca. 1 cm Durchmesser, ca. 1 cm tief) am Rücken. Die Dogge Feli (weiß, taub, blind) hatte ein Geschwür an der hinteren linken Flanke. Sie war sehr nervös und orientierungslos.
Es trafen immer mehr Freunde und Helfer von Frau K. ein, die eher ihr Unverständnis ausdrückten, wovon wir uns jedoch nicht beeindrucken ließen. Die Hunde liefen ansonsten frei auf dem Gelände herum oder kamen aus dem Haus gelaufen.
Offenes Hills Diätfutter (3 Säcke) lagen in unserer unmittelbaren Umgebung unter den Holzbänken des Pavillonzeltes. Ein Bordercollie mit heftiger Futteraggression verteitigte dieses Futter gegen jeden, der zu nahe kam. Sein Stresspegel schien enorm zu sein. Alle Bordercollies machten einen sehr unausgelasteten und gestressten Eindruck. Der Geräuschpegel war sehr laut, teilweise war eine ruhige Unterhaltung nicht möglich. Frau K. führte Hunde vor, die allesamt aus schlechter Haltung stammten.
Nachdem alle Hunde gefilmt und „vorgeführt“ wurden und Frau K. zu allen Hunden den passenden Namen und auch ihre Herkunft kannte (bzw. ihre Geschichte erzählte) gingen wir auf das Gelände. Durch den anhaltenden Regen war das Außengelände sehr matschig. Ansonsten war es in einem „normalen“ Zustand, mit Bäumen bewachsen und äußerlich ok. Zunächst schauten wir uns den hinteren Bereich des Geländes an, auf dem eine Art Schuppen steht, an dem 3 halbrunde „Kennels“ (Ausläufe mit Gitter überzogen) angebaut sind. Im vorderen Kennel stand ein Hund, dessen Name Frau K. zunächst nicht wusste. Am Ende war jedoch klar, dass es sich dabei um „Meda“ handelt.
Die hinteren beiden Kennel waren leer. Vom Schuppen aus ist es möglich, die Kennel zu schließen und somit auch Hunde zu separieren, was in dem Fall der großen Hundegruppe sinnvoll erschien. Einige Hunde bissen sich ständig und es bestand sichtbar ein ständiger Kampf um Aufmerksamkeit, Zuwendung und Futter. Ein Border lief ständig drohend, jedoch mit eingezogener Rute durch die Hundegruppe. Er schien eine Art Mobbingopfer der Gruppe zu sein, er wurde ständig bedrängt, sein Stresslevel konnte ich schon fast als unerträglich bezeichnen.
Der Schuppen war in einem schmutzigen Zustand. In den Kennels lagen Reste von Knochen, undefinierbar, ob von der BARF Fütterung oder ob es Exkremente waren. Es gab jedoch keine Hinweise von verstorbenen oder veraasten Hundekörpern.
Hinter dem Schuppen gelangt man auf eine Wiese, auf der 5 Schafe lagen und aßen. Sie schienen auf Distanz gesehen ok zu sein. Ein Schaf, so sagte Frau K., sei von ihrer Dogge (Hanni?) getötet worden.
Das Haus:
Frau K. ließ uns auf Nachfrage in „ihr“ Haus. Ich ging vor. Ich stieg die Treppe hinauf, von wo aus man in die Küche
gelangt. Da ich das Haus vom Welttierschutztag letztes Jahr kannte, erwartet ich ähnliche saubere (bzw. fast saubere) Zustände. Was ich dort sah, traf uns beide wie ein Schlag. Das Haus schien
unbewohnt. Der gesamte Boden war mit einer Kot-, Dreck- und Müllschicht überdeckt. Die Wände kotverschmiert. Frau K. sagte, dass sie nicht mehr hier wohne. Sie halte sich bei ihrem Freund in
Koblenz auf. Sie gebe ja zu, dass es so ist.
Im Haus waren kaum noch Möbel, bis auf ein zerfetztes Bett, einige Klamotten in den Schränken, ein paar Stühle, ein alter Monitor auf einem alten Schreibtisch. Es stank bestialisch nach Hundekot und Dreck. Jeder Zentimeter war in diesem Zustand. Die Hunde schiene das Regime total übernommen zu haben. Im Wohnzimmer stand noch eine alte zerfetzte Ledercouch. Wir fanden es absolut schlimm. Das Haus schien abrissreif. Ich filmte alles. Wir ließen uns noch den Keller zeigen. Der FI Schalter des Stromhaushaltes solle ständig rausfliegen, so Frau K.. Ihre eigene Wahrnehmung und der tatsächliche Zustand liefen Meilen auseinander. Sie schien die Realität und eine gesunde Sicht auf den Zustand ihres Lebens dort verloren zu haben. Der einzige Raum, der etwas besser aussah, war das Bad im EG. Dort ließ sie auch keinen Hund hinein.
Wir hatten alles gesehen.
Anschließend warfen wir noch einen Blick in die Impfausweise und filmten diese ab.
Zusammenfassend stellten wir folgendes fest:
Wir sahen 43 Hunde.
Sie händigte uns 31 Impfausweise aus.
Nach ihren Angaben seien 3 Doggen im Jahr 2010 gestorben (Oliver, Koks, Zar) und 1 Border (Merlin).
Die 3 Stinktiere seien bei Fam. H. Insgesamt zählten wir weitere 10 Hunde, die angeblich dort aufgenommen werden sollen. Fam. H. soll aber noch 4 eigene Hunde haben. Die Katzen seien in einer unbekannten Pflegestelle.
Zusammenfassende Einschätzung/Prognose:
Frau K. scheint fern ab von jeder reellen Einschätzung zum Thema Tierschutz und artgerechte Haltung zu sein. Sie
scheint völlig überfordert und überlastet zu sein. Die Helfer vor Ort wollten die Situation nicht wahrnehmen oder teilen die Problematik von Frau K.. Die Hundehaltung und die Situation vor Ort
ist nicht weiter art- und Tierschutz gerecht und durch die Verschmutzungen im Haus ist mit Gesundheitsgefährdungen für Mensch und Hund zu rechnen. Das Stressverhalten der Hunde in dem Rudel
scheint unerträglich, dass sich dort Hunde evtl. zu Tode beißen, scheint auch realistisch und nur eine Frage von wenigen Tagen. Nach unserer Einschätzung besteht dringender Handlungsbedarf
seitens der zuständigen Behörden.